Kurzportrait >> Leitbild Stiftung St. Beatus
Raum schaffen - Richtung finden - Werden ermöglichen

Die Stiftung St. Beatus ist eine Wohn- und Werkgemeinschaft für Menschen, die aufgrund psychischer Beeinträchtigungen im Alltag auf Begleitung und Unterstützung angewiesen sind. In unserer Gemeinschaft leben Menschen, die sich grundsätzlich an Absprachen halten und sich selbst soweit tragen können, dass sie zumindest zeitweilig ohne unmittelbare Begleitung auskommen können. Kern unserer Aufgabe ist Beziehungsarbeit: verlässliche Begleitung auf dem Schicksalsweg, durch die je eigenen Lebensaufgaben hindurch, auch in Krisen und Schwierigkeiten. Wir begegnen den Menschen mit Interesse, mit dem wachen Bemühen um ein immer tieferes Verständnis. Widerstände erleben wir als Herausforderung an uns, sie durch eigenes Lernen, durch eigene Entwicklung zu verwandeln. Wir gestalten den Lebensraum der bei uns wohnenden und arbeitenden Menschen bewusst und behutsam so, dass er anregend, harmonisierend und auf eigene Gestaltungsimpulse förderlich wirkt. Grundlage unserer Arbeit ist ein durch Anthroposophie erweitertes Menschenverständnis.

Achtsamkeit und Raum für die Schicksalsgestaltung
Wir begreifen den Menschen als ein sich körperlich, seelisch und geistig fortwährend entwickelndes Wesen. Wir haben Respekt, Achtung und Ehrfurcht vor der Schicksalsgestaltung jeder/jedes Einzelnen. Wir schaffen Freiräume zur körperlichen, seelischen und geistigen Entfaltung und pflegen einen bewussten und achtsamen Umgang mit Macht: Wir achten die Autonomie unserer BewohnerInnen und das „freie Unternehmertum“ der Angestellten. Wir unterstützen Menschen darin, ihre Bedürfnisse und Anliegen in die Gemeinschaft einzubringen. Wir geben Raum für Initiative, den alle so weit mit gestalten können, wie sie bereit und fähig sind, Verantwortung zu übernehmen.

Schöpferische Zusammenarbeit eigenverantwortlicher Menschen
Wir begegnen uns mit wachsendem Bewusstsein, mit gegenseitigem Vertrauen, Respekt, Herzlichkeit und Interesse. Wir gestehen uns zu, unsere Arbeit eigenverantwortlich auszuführen, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Lernprozesse beruhen unter anderem auf systematischer Reflexion unseres Handelns, individuell und gemeinsam. Als Gemeinschaft streben wir ein dynamisches Wechselspiel zwischen individueller Initiative und konstruktiver Vernetzung an. Wir richten unser Handeln an einem gemeinsamen Aufgabenverständnis aus. Wir wissen, wer welche Kompetenzen hat, wie Entscheide gefällt werden und wo wir welche Informationen bekommen. Konflikte lösen wir dort, wo sie entstehen. Im Miteinander schätzen wir eine gehörige Portion Humor.

Wertschätzende Begegnung und Begleitung
Unseren BewohnerInnen begegnen wir als im Kern unversehrten Mitmenschen. Wir wenden uns ihnen mit Empathie und Wertschätzung zu. Wir spüren ab, was bei ihnen an individuell Tragfähigem vorhanden ist. In von gegenseitigem Vertrauen geprägten Beziehungen begleiten wir die Bewohnenden auf ihren individuellen Entwicklungswegen. Wir bieten Anregungen und öffnen Räume, in denen das Unversehrte sich äussern und entfalten kann. Wir unterstützen die Bewohnenden in ihrem Streben nach Autonomie und Teilhabe. Die Grundhaltung in herausfordernden Lebenssituationen, Krisen und Notfällen ist geklärt, wir machen sie uns immer wieder neu bewusst. Anregungen für den Umgang mit ihnen passen wir laufend unseren Erfahrungen an.

Sinn stiftende Tätigkeit und Halt gebende Struktur
Wir bieten ein vielfältiges Arbeitsangebot, das wir den Fähigkeiten und Möglichkeiten der BewohnerInnen anpassen. Arbeit, die einem inneren Bedürfnis Ausdruck verleiht, von anderen wertgeschätzt wird und der Gemeinschaft dienlich ist, vermittelt Sinn, Selbstwert. Durch die Arbeit in unseren Ateliers integrieren wir unsere BewohnerInnen in einen produktiven sozialen Zusammenhang und bieten ihnen eine Halt gebende Struktur. Die entstehenden Produkte und Dienstleistungen sollen für andere Menschen nützlich und wertvoll sein.

Aktiv gepflegte Umfeldbeziehungen
Wir arbeiten vertrauensvoll mit den gesetzlichen VertreterInnen und den von unseren BewohnerInnen gewählten "rztInnen und PsychiaterInnen zusammen, die unter anderem die individuelle medikamentöse Versorgung verantworten. Auf Wunsch der BewohnerInnen beziehen wir auch Eltern und andere enge Bezugspersonen in unsere Begleitarbeit ein. Aufsichtsorgane und Behörden betrachten wir als wichtige PartnerInnen. Wir sind Mitglied bei SocialBern, bei INSOS, dem vahs und pflegen enge Beziehungen zu den anthroposophischen Institutionen unserer Region. Entwicklungsimpulse aus unserem Umfeld nehmen wir ernst und suchen angemessene Antworten darauf. Wir berücksichtigen nach Möglichkeit regionale und nachhaltig wirtschaftende Produzenten und Lieferanten. An wichtigen Dorfanlässen nehmen wir teil und stellen unsere Infrastruktur auch Menschen und Institutionen aus dem Dorf zur Verfügung. Respektvolle und wertschätzende Beziehungen zu unseren Nachbarn sind uns ein wichtiges Anliegen.

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